Der Kuss

Der Kuss
Der ersten Liebe Hochgenuß
ist ohne Zweifel doch der Kuß.
Er macht beliebt, er macht vergnügt,
ob man ihn gibt, ab man ihn kriegt.
Er kostet nichts, ist unverbindlich,
den er vollzieht sich meistens mündlich.

Hat man die Absicht, daß man küßt,
so muß man erst mit Macht und List
den Abstand zu verringern trachten,
und mit tiefen Blicken schmachten.
Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähern sich die Unterkiefer.
Dann pflegt man mit geschlossínen Augen
sich aneinander festzusaugen.

Auch wie man küßt ist ganz verschieden,
im Norden anders als im Süden.
Der eine lacht, der andre schmatzt,
wie wenn ein Autoreifen platzt.
Und wiederum der Keusche
vermeidet sämtliche Geräusche.

Daneben ist verschieden auch
der Küsse Dauer und Gebrauch:
Der eine kurz, der andre länger,
den längsten nennt man Dauerbrenner.


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© Karin Lechner, Barbara Jungbluth (Weinmann) am 01. Juli 2000