Kleine Begebenheiten
mit Dr. Karl-Ludwig Albrecht (Moses)
und Karin Jungbluth

Platt-Deutsch   (Jens-Peter Mahler)

1982 – Dr. Albrecht komplettiert in Bredstedt seine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Vor der Krankenbesuchstour am Nachmittag trinken wir zu dritt eine Tasse Kaffee. Ich klage über das undisziplinierte Verhalten vieler Autofahrer im Straßenverkehr. Da meint Dr. Albrecht: „ Viele Autofahrer sehen die Verkehrsschilder am Straßenrand offenbar als Dekoraschon an und schenken ihnen entsprechend wenig Beachtung. (Dekoraschon = Dekoration plattdeutsch ausgesprochen) Er bemüht sich um Platt!

Verschollen   (Jens-Peter Mahler)

1996 / 1997 – Dr. Albrecht ruft unvermutet bei mir an und fragt, ob ich meine Praxis bald aufgeben wolle. Ich bejahe. Er bekundet Interesse an einer Übernahme, vorher aber wolle er noch eine Weltreise mit einem Großsegler machen. Wir vereinbaren eine Begegnung und Besprechung nach seiner Wiederkehr. Gespannt ob der neuen Perspektive der möglichen Praxisabgabe bedenke ich meine Situation und hoffe auf ein Lebenszeichen des Interessenten von unterwegs. Vergeblich! Etwas traurig vermute ich nun, daß er sein Interesse wohl verloren habe. Nach ca. 8 Monaten meldet er sich doch wie abgemacht. Ich war überrascht und fragte, warum er nicht von unterwegs mal ein Lebenszeichen geschickt habe. Er antwortet: „Habe ich doch!“ Ich sage: „Nicht angekommen.“ Schweigen. Im nächsten halben Jahr führen die Verhandlungen zu dem gewünschten Erfolg der Praxisübenahme. Nach einem weiteren halben Jahr bringt Dr. Albrecht mir eine Karte aus Südamerika mit den Worten: “Hier ist das Lebenszeichen von meiner Segelreise. Heute habe ich die Karte in einer Brusttasche gefunden.“ Da haben wir beide gelacht.

Erste Begegnung mit der zukünftigen Nachbarin   (Elke Mahler)

Im Herbst des Jahres 1998 hatte Dr. Albrecht seinen etwa 10 jährigen Neffen zu Besuch. Im Januar 1999 fuhren mein Mann und ich in Herrgottsfrühe bei Dunkelheit, nach starkem nächtlichen Schneefall mit einem Reisebus in den Wintersport. Der Bus wollte uns gegenüber der Praxiseinfahrt aufnehmen. Beim Heruntertragen unseres Reisegepäcks an die Straße entdeckte ich plötzlich ein kleines Kapuzenmännlein vor dem Praxiseingang beim eifrigen Schnneeschieben. Ich wechselte einen flüchtigen Guten-Morgen-Gruß mit den vermuteten Neffen und drückte mein Bedauern aus, daß er schon so früh tätig sein müsse. Nach der Rückkehr von unserer Reise klärten die Praxisdamen mich auf, daß es sich nicht um den Neffen, vielmehr um die Freundin und möglicherweise zukünftige Hausherrin gehandelt habe. Nachträglich war es mir sehr peinlich, die verkannte Dame unangemessen geduzt zu haben.

Nordfriesisches Festessen   (Anneliese und Helmut Adresen)

Herbst 1999 – Wir hatten unseren neuen Nachbarn Dr. Karl-Ludwig Albrecht mit seiner gerade zu Besuch weilenden Freundin zu einem kleinen Essen eingeladen, um uns gegenseitig besser kennen zu lernen. Es gab “Wiensupp un Schink“ (Weinsuppe und Schinken). Das gilt als typisch nordfriesisches Essen. Wir erzählten, daß es hierzulande bei größeren Festlichkeiten gereicht werde wie Beerdigungen, Konfirmationen oder Hochzeiten. Die beiden Gäste sehen sich daraufhin an und dann meinte Karin, die Freundin: „Nun bekommen wir schon ein erstes Hochzeitsessen.“ Wir erfuhren dadurch frühzeitig, daß die beiden Hochzeitspläne hatten.


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© Karin Lechner, Barbara Jungbluth am 14. Juli 2000